Info-Blog
Kurzmeldungen
Die Vermüllung – hier am Aachener Weiher
Die Vermüllung – hier am Aachener Weiher
Mit einer äußerst knappen Mehrheit von 2 Stimmen beschloss der Rat in seiner letzten Marathonsitzung des Jahres 2009 eine spürbare Gebührenerhöhung für die Kölner Bürger. Besonders die Kosten für Straßenreinigung und Abfallbeseitigung belasten die Taschen der Bürger.
Erstaunlich war dabei, dass keine Alternativen aufgezeigt wurden, wie man Strassen und Plätze so beispielsweise den „Picknickpark“ am Aachener Weiher vor der drohenden Vermüllung schützen kann. Die Konsequenz zeigt sich dort nun in aller Härte.
Tagsüber sind die meisten Besucher an den besagten Plätzen vernünftig und bringen ihren Müll anschließend zumindest an die Sammelstellen. Kritisch wird es erst spät nachts - wenn der Alkoholpegel steigt und kein Personal vom Ordnungsdienst (nach 2.00 Uhr) mehr zu sehen ist. Wer dann am Samstag oder Sonntag frühmorgens um ca. 6.oo Uhr am Aachener Weiher joggt, den trifft - stets nach guten Wetterlagen am Samstag - schier der Schlag.
Aufgerissene Mülltüten, zahllose zerbrochene Flaschen neben all dem liegengebliebenen Müll. Erst sollten es Füchse, dann Ratten gewesen sein, schließlich waren es doch die spätfeiernden Ferkel, mit noch morgentlich dahinkokelnder Restgrillkohle.
Was nützen die zahlreichen Kontrollen des Ordnungsamtes und sporadischen Visiten der Polizei tagsüber bis in die Nacht hinein, wenn anschließend nachts und frühmorgens zahlreiche Besucher die Sau rauslassen. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass das Personal der AWB jedes Mal nicht nur diese Bereiche wieder so gut und sauber hinkriegen.
Wenn der Oberbürgermeister sich vehement gegen ein Grillverbot ausspricht, bleibt zu bedenken, dass wir uns hier in einem denkmalgeschützten Landschaftsschutzgebiet befinden, was einem Vorzeigeobjekt entsprechen sollte, in welchem Lokal und Kiosk am Aachener Weiher eher nur geduldet sind. Den Grill - und Picknickenthusiasten sollte nur ein gewisser, überschaubarer Bereich zum Grillen und Picknicken zur Verfügung stehen.
Eine Picknickgebühr mit Ausgabe einer Mülltüte würden viele befragte Besucher schon akzeptieren. Denn eine unzumutbare weitere Erhöhung der Müllgebühr für alle Kölner wegen ein paar hundert uneinsichtiger Müllferkel würde alle Kölner auf die Barrikaden bringen. Denn dann sähe Köln in Gänze demnächst noch schlimmer aus.
So plädiert Hagenbruch, Sprecher der freien Wähler Köln, weniger für eine dramatische Aufstockung des Personals im Ordnungsamt, sondern eher für eine Ausweitung der Kontrollen an den Wochenenden in den Sommermonaten bis in die frühen Morgenstunden durch z.B. ein paar durchsetzungsfähige Sportstudenten. Mit Personal vom Ordnungsamt wäre das nur durch Änderung des Tarifvertrages möglich – also nicht.
Wo ein Wille ist, da gibt es meist auch einen Weg – wenn man denn auch will.



