Wußten die Freien Wähler Kölns mehr?
Nur 7 Tage, nachdem die Rot-Grüne Ratsmehrheit, unterstützt durch die CDU-Ratsfraktion, ein von den Freien Wähler Kölns beantragtes Moratorium für die FH-Umzugspläne abgelehnt hat, verstärkte sich der Verdacht, dass es bei dem angedachten Umzug der FH mehr um persönliche Bereicherung Einzelner als um das Wohl der FH und der betroffenenen Stadtteile geht.
So durchsuchte die zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal wegen des Anfangsverdachtes der Korruption beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB)mehr als 50 Objekte. Eines der betroffenen BLB Projekte ist der angedachte Umzug der FH Deutz nach Bayenthal.
In dem von Paul Bauwens-Adenauer – Unternehmer, aber auch Präsident der IHK Köln, Gründer der Kölner Grün Stiftung, Vorsitzender des CDU-Wirtschaftsbeirates, Präsident des Marienburger Golfclubs, u.a.m. – initiierten und beauftragten Masterplan des Albert Speer, ist schon früh Bayenthal bereits als Standort ausgewiesen. Einem Standort, wo man nicht mit der Gegenwehr von Anwohnern zu rechnen hat. In dem Ratsantrag der Freien Wähler Köln hatte Ratsmitglied Klaus Hoffmann am 1.2.2011 mit Blick auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft darum ein Moratorium gefordert. „Es ist für mich unverständlich, wie unverantwortlich die Ratsmehrheit in diesem Falle mit dem ihnen anvertrauten Steuergeldern der Bürgerinnen und Bürger umgeht“ schimpfte Martin Klein, soeben wiedergewählter Vorsitzender der FWK. In die Irrungen und Wirrungen passt auch, dass OB Roters einmal behauptet, es gäbe seitens der Stadtverwaltung keine Planung des zukünftigen Standortes die FH betreffend, um dann in gleichem Atemzug an anderer Stelle mit der Nachnutzung des derzeitigen FH-Standortes für die Musikschule zu kokettieren.
Es stellt sich außerdem die Frage, welche Gründe tatsächlich das Handeln der Stadt- und Parteienspitze bewegen. Denn inzwischen werden immer mehr süffisante Details bekannt. Dass bei den Grundstückskäufen privaten Investoren dazwischen geschaltet wurden, erscheint vielen Bürgerinnen und Bürgern höchst merkwürdig. Inzwischen bestätigte auch der BLB, dass nicht nur 36.000 m², sondern insgesamt 87.000 m² im Verkaufswert von 88 Mio. € über Bauwens- Tochter-Gesellschaften an den BLB verkauft wurden. Detlef Hagenbruch Sprecher der Freien Wähler in der Innenstadt: „ Erschrecken wird die Stadt erst, wenn ihr bewusst wird, dass nur die bebauten Flächen der dann künftigen FH zu Lasten der BLB gehen, obwohl sie es schon länger weiß. Die dann zu begrünenden Flächen des erweiterten Grüngürtels muss die Stadt schließlich erwerben und pflegen.“ Wenn dann ein solch riesiges Projekt zudem ohne öffentlichen Diskurs stattfindet, muss sich die Politik nicht wundern, wenn die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Politiker verlieren.



