St. Gereon - Gericht verfügt Baustopp
Zahlreiche Kölner sahen bereits in frühem Stadium durch Offenlegung der Baupläne und Diskussionen im Stadtentwicklungsausschuss eine erhebliche Einschränkung für den Umgebungsschutz von St. Gereon. Das sehen auch die Freien Wähler Köln so. Die Stadt erteilte trotzdem die Baugenehmigung und der Investor begann recht zügig mit den Bauarbeiten. Das Kölner Verwaltungsgericht stoppte jedoch beide Baumaßnahmen (Aufstockung bestehender Gebäude für Luxus-Penthouse-Wohnungen) in der unmittelbaren Nähe von St Gereon. Das Gericht befand, dass sich die Verwaltung über ihr eigenes Regelwerk hinweggesetzt habe. So verletzt die genehmigte Erhöhung der beiden Gebäude St Gereon als herausragendes Kulturdenkmal zukommenden Umgebungsschutz.

Dagegen wird die Stadt jetzt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. In der Ratssitzung vom 15.Mai2007 hatte der Stadtrat nach zeitlich und personell hohem Aufwand der Verwaltung das sogenannte „Höhenkonzept“ beschlossen, welches insbesondere dem Schutz romanischer Kirchen als herausragendem Kulturdenkmäler gilt. Dieses Höhenkonzept ist allerdings nicht rechtsverbindlich.
Der Investor WvM hat inzwischen die Bauarbeiten eingestellt, aber zeitgleich einen neuen Bauantrag gestellt. Das hilft den Anwohnern in einer der beiden nun stillgelegten Baustelle wenig, da es nach Auskunft einiger Anwohner in einem Objekt wiederholt zu Wassereinbrüchen und technischen Defekten kam.
Ein weiteres Ungemach droht der Stadt : Bereits im Juli hatte die Kirchengemeinde St. Gereon beschlossen, gerichtlich in einem sogenannten Normenkontrollverfahren den gesamten Bebauungsplan für das Gerling-Viertel prüfen zu lassen.
„Es ist nichts von Bürgernähe zu erkennen. Rat und Verwaltung entscheiden ohne Rückhalt in der Bürgerschaft. Der Bürger erkennt inzwischen, dass seine Stimme nur noch zur Kommunalwahl benötigt wird. Er ansonsten nur noch stört. Zahlreiche unserer sachorientierten Anfragen und Anträge, die wir im Rat stellen, werden von der Gestaltungsmehrheit weitgehend abgelehnt.“ Soweit Detlef Hagenbruch Sprecher der Innenstadt.



