Turbokreisel für die Roonstrasse?
Der sechsarmige Kreuzungsbereich Roonstrasse/Lindenstrasse ist zweifellos im Bereich Linksabbieger ein Gefahrenpunkt. Zusätzlich ist die hohe Frequentierung in den Morgenstunden und im Feierabendverkehr für den Kreuzungsbereich eine hohe Belastung.
Problematisch ist nach Auskunft von Verkehrsexperten, daß man von weitem bereits das Ampelsignal z.B. Grün sieht und dies einen sogenannten Beschleunigungseffekt nach sich zieht. Und so die Fahrzeuge zu schnell und/oder zu spät die Kreuzung überfahren und Linksabbieger deren Geschwindigkeit fehleinschätzen.

Die Bezirksvertretung Innenstadt hat sich nach Vorlage einer Leistungsfähigkeitsuntersuchung einstimmig für den Abbau der Ampelanlagen und die Errichtung eines sogenannten Turbokreisel 2/2 (2-spurige Einfahrt und 2-spurige Ausfahrt) ausgesprochen. Eine solche Umgestaltung würde allerdings auch den stolzen Preis von 260.000 € kosten.
Nach Ansicht des Sprechers der Innenstadt der Freien Wähler Köln, Detlef Hagenbruch bedürfen einige Punkte einer Klarstellung . So sind folgende Punkte äußerst kritisch zu betrachten:
- Für einen Turbokreisel ist nach Meinung der Experten der Kreisel arg klein(Regeldurchmesser 40-60 Meter, hier max.30 Meter), zumal Gelenkbusse den Kreisel nutzen, was schon in der jetzigen Phase nicht ganz einfach ist.
- Aufgrund der Form des Kreuzungsbereiches wird der Turbokreises außerhalb des Kreuzungsmittelpunktes sein Zentrum haben. Das wiederum bedeutet, daß der Verkehr auf der Roonstrasse aus der Richtung Richard-Wagner Strasse Richtung Zülpicher Strasse fast (ungebremst) geradeaus durch den Kreisel fahren kann.
- Weiterhin ist unberücksichtigt, daß Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs in der Lindenstrasse morgens während der rushhour den Berufsverkehr quasi lahm legen können.
- Die Lösung für die Radfahrer bietet ein weiteres Gefahrenmoment, da die Radwege auf der Lindenstrasse vor dem Kreisel aufhören und die Radfahrer sich aufgrund der Straßeneinschnürung plötzlich auf der normalen Strasse wiederfinden.
Es ist dringend geraten, sich mit Verkehrsexperten z.B. des ADAC Köln, den Radfahrexperten der Stadt Münster (Fallbeispiel Ludgeriplatz) u.a.m. zusammenzusetzen und vor Ort eine Klärung nach Ortsbegehungen in den frühen Morgen- und Feierabendstunden außerhalb der jetzigen Schul- und Semesterferien gemeinsam einer problemorientierten Lösung zu nähern. Eine große Hilfe für die Entscheidungsträger und der Verwaltung wäre auch das Einlesen der ADAC-Broschüre Der Kreisverkehr. Dort steht u.a. der Satz auf Seite 3 unten: ......Zweistreifig befahrbare Kreisverkehre ........ Ihr Sicherheitsniveau ist besonders hoch, wenn kein oder nur geringer Fußgänger- oder Radverkehr herrscht. Das sagt doch eigentlich schon alles.
Hupke, ein Mann des schnellen Wortes, der sich schon am Aachener Weiher mit seinen Äußerungen disqualifizierte, scheint sich als einer der Befürworter dieses Kreisels der Komplexität der Aufgabenstellung nicht im Klaren zu sein. So schiessen weiter Kreisverkehre aus dem Boden, gleichgültig, ob sie sinnvoll sind oder gar Gefahren abzuschätzen sind. Die Verkehrslösungen sind reines Stückwerk. Ein klares Gesamtverkehrskonzept in der Innenstadt ist auch in Ansätzen nicht erkennbar. Ist der Masterplan schon vergessen? Die Verkehrssituation im Großraum rund um den Rudolfplatz ist nachwievor unklar bzw. Stückwerk. Und so werden weitere teure Einzellösungen geschaffen, die dann unter Umständen später eines Rückbaus bedürfen.



