Scheut Roters einen öffentlichen Abwägungsprozess ?
Vor über 30 Jahren wurde die Verlagerung der FH aus der Südstadt nach Deutz realisiert, auch um die rechtsrheinische Gesamtstruktur deutlich zu verbessern.
7.000 „Beschäftigte“ sind ein großer Stabilisierungsfaktor für einen Raum, der die Firmenschließungen und Verlagerungen bei weitem noch nicht überwunden hat.
So erfolgte in den letzten 15 - 20 Jahren ein rasanter Strukturabfall, der nur durch erhebliche Investitionen der öffentlichen Hand zum Stillstand gekommen ist. Soll deren vorteilhafte Wirkung aufgehoben und damit entwertet werden?
Das Ingenieurwissenschaftliche Zentrum (IWZ) der FH Deutz ist ein elementarer Bestandteil für die Entwicklung der gesamten rechten Rheinseite geworden. In den Stadtteilen um die Hochschule, etwa in Humboldt/Gremberg/Kalk/Vingst/usw., gibt es für Studenten noch preiswerten Wohnraum. Die Viertel profitiert von der studentischen Szene, die eine kulturelle Aufwertung bedeutet. So trägt das IWZ in vielen Belangen zur Stärkung der Sozial- und Wirtschaftsstruktur im Großraum bei.
Ist jemals in Abstimmung mit Schulverwaltung, IHK und zuständigen Verbänden & Institutionen einmal überprüft worden, welche außergewöhnlichen bildungs- und forschungspolitischen Entwicklungspotentiale am Standort Deutz in Kooperation mit dort vorhandenen Berufskollegs (z.B. Werner von Siemens-, Hans Böckler- und Nikolaus Otto – Berufskolleg) oder mit Einrichtungen wie dem Rechtsrheinischen Technologiezentrum vorhanden sind? Wohl kaum.
Und was das IWZ betrifft wurde 2005 noch eine neue Bibliothek eröffnet. Von 2005 bis 2008 wurden noch umfangreiche Renovierungen auch am Hauptgebäude in Höhe von 60 Mio. € durchgeführt. Das wäre im juristischen Sinne beim Umzug Verschwendung von Steuergeldern. Wer weiß schon, daß gewisse Labore aus Platzgründen gar nicht mitziehen können (Hochspannungslabor) und andere Bereiche (Landmaschinen) größte Problemen zwecks Leistungsaufnahmen haben werden? Die FH wird schlichtweg kleiner! Weitere Hochschulen in unserem Raum haben ähnlichen Sanierungsbedarf, nur redet da niemand von Verlagerung und Nutzungsänderung.
Und Platz für eine schrittweise Sanierung (wie gehabt) und größere Erweiterung ist gegeben. Die Feuerwehr verlässt den Bereich und wegen der AWB hätte laut Anfrage der Freien Wähler Köln im Rat längst der ehemalige Wirtschaftsdezernent Gespräche mit AWB und BLB aufnehmen können und sollen. Denn die BLB ist bereit die Verlagerungskosten für die AWB zu übernehmen.
Sämtliche postulierten Sachzwänge können mit entsprechenden Maßnahmen leicht umgangen werden Prof. Prinz hat in der Öffentlichkeit seine Pläne für eine Sanierung und Erweiterung am bisherigen Standort eindrucksvoll bewiesen. Auch schlägt er die Öffnung des „Sperrriegels“ Deutzer Ring vor, um eine Verknüpfung zwischen Bevölkerung und FH herzustellen.
Autobahnanschluss, Flughafennähe, Bahnhof Deutz, S & U Bahn bieten exzellente Möglichkeiten der Erreichbarkeit und bieten keine räumliche Enge.
Erschreckend an den Verlagerungsbemühungen ist, dass sie weitgehend ohne politischen Diskurs in der Kölner Öffentlichkeit betrieben werden und verhindern so einen öffentlichen Abwägungs-prozess. Denn inzwischen soll ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben worden sein, nachdem sich das erste für den Umzug aussprach und das 2. für die Sanierung und somit den Verbleib in Deutz. Im Juli/August sollen dann erste Ergebnisse vorliegen, die man dann im Wissenschaftsministerium nachfragen kann. Auch höchst peinlich die Posse um die Veranstaltung der Grünen/Bündnis 90 am 4.5. in der Fachhochschule und deren Verbot von oben.
Nach neuesten Erkenntnissen der Freien Wähler Köln erhält die Umzugsvariante der FH nach Bayenthal einen weiteren bislang unbekannten, bitteren Beigeschmack. Denn die Flächen für den Grüngürtel um die FH werden laut Düsseldorf nicht aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm finanziert. So wird die Stadt für mehrere Millionen Euro diese Flächen vom BLB aufkaufen müssen, viel Geld für eine Baureifmachung des Geländes investieren und dann mit weiteren Steuergeldern eine Grünfläche anlegen. Damit wäre es gleichgültig, ob in Bayenthal eine FH, eine Brauerei oder ein attraktives Wohngebiet entsteht – die Kölner Bürgerinnen und Bürger zahlen diese Verlängerung des Grüngürtels so oder so.
Die Freien Wähler Köln sind übrigens die einzige politische Formation, die geschlossen und auf beiden Rheinseiten von Beginn an für einen Verbleib der FH in Deutz mobil gemacht hat und wird dies weiter fortführen.
Köln, den 15.6.2010



