Leuchttürme sollen leuchten
Es gibt in Köln derzeit kein Großprojekt, was finanziell nicht aus dem Ruder läuft. Nichts mehr hat Normalität, was die Entwicklung der Kosten angeht. Aber es sind ja alles Leuchtturmprojekte, die für den wirtschaftlichen Standort notwendig sind. Aber auch Leuchttürme brauchen eine Stromversorgung, ansonsten geht das Licht aus. Man muss dabei insbesondere an den soeben festgestellten Sanierungsstau bei den Museen von 800 Mio. € und im Bereich der Gebäudewirtschaft von 600 Mio. € erinnern. Der Gestaltungsmehrheit ist das anscheinend gleichgültig, Hauptsache da steht ein weiterer Leuchtturm, auch wenn er nicht leuchtet.
Die nachfolgende Generation wird es uns danken, dass sie weniger Leuchttürme in Betrieb halten muss, dafür aber wieder mehr Geld zur Verfügung hat, um in Daseinsfürsorge und somit in Menschen zu investieren. Das Thema Inklusion (für die Verantwortlichen dieser Stadt: gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderung) kommt mit Riesenschritten auf uns zu und ist nicht kostenfrei. Die Gestaltungsmehrheit im Rat und die Verwaltung sollten sparsamer mit dem anvertrauten Geld umgehen. Es sollten Schulden abgebaut werden und der städtische Haushalt auf eine solide Basis gestellt werden. Wer weniger als 1% seiner Haushaltsmittel für Integrationsbemühungen bei 40% seiner Einwohner mit Migrationshintergrund bereitstellt, muss sich über die gesellschaftliche Entwicklung in dieser Stadt nicht wundern. Kitas, Schulen, Ausbildung, Beruf und Gesellschaft sind die aktuellen Herausforderungen ebenso wie die Daseinsvorsorge für die Menschen, welche selber nicht in der Lage sind, Bildung, Kultur und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wahrzunehmen. Das sind die wahren Leuchtturmprojekte.



